Alle Beiträge von Silvio Frigg

Stiftsarchiv und Stiftsbibliothek sind Teil des Welt-Dokumentenerbes

Das schriftliche Erbe des Klosters St.Gallen, das in Stiftsarchiv und Stiftsbibliothek aufbewahrt wird, wurde Ende Oktober 2017 offiziell in die Liste des «Memory of the World» aufgenommen. Damit erhält der Stiftsbezirk St.Gallen nach dem Weltkulturerbe Label die zweite hochkarätige Auszeichnung der Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO).

Das schriftliche Erbe der ehemaligen Reichs- und Fürstabtei St.Gallen ist einzigartig.  Als eines der ältesten Klöster im Südwesten des deutschen Sprachgebiets gehörte St.Gallen zu den frühesten Zentren der Schriftkultur in Europa. In St.Gallen ist es gelungen, einen wesentlichen Teil der Überlieferung, die bis in die Gründungszeit des Klosters im frühen 8. Jahrhundert zurückreicht,
an Ort und Stelle zu erhalten. Die St.Galler Überlieferung zeigt exemplarisch, welch zentralen Beitrag die Klöster zur Entwicklung Europas geleistet haben.

Medienmitteilung

Der Managementplan

Die Hauptträger des Stiftsbezirks St.Gallen haben gemeinsam die Vernissage des ersten „Managementplan“ für das UNESCO Weltkulturerbe im Herzen der Stadt St.Gallen, den Stiftsbezirk, gefeiert. Mit dem Managementplan werden die Ziele zum nachhaltigen Schutz, dem Erhalt und der Vermittlung des Weltkulturerbes festgelegt und entsprechende Massnahmen eingeleitet.

2016-11-24-weltkulurerbe-management-081

Der Stiftsbezirk ist ein Lebens- und Arbeitsraum mit vielfältigen Nutzungen, die dem klösterlichen Erbe verpflichtet sind, ein Ort der Spiritualität, der Kultur, der Überlieferung, der Bildung, der Wissenschaft, des demokratischen Lebens, der Verwaltung und der Rechtsprechung. Er ist eine Sehenswürdigkeit ersten Ranges, von grosser Bedeutung für die Identität der Bevölkerung und wichtigster touristischer Anziehungspunkt der Region. Der Managementplan orientiert sich an den Ansprüchen dieses vielfältigen Lebens und den notwendigen Schutzerfordernissen im Stiftsbezirk. Mit einem Massnahmenpaket für die Jahre 2017 bis 2020, welches den Managementplan ergänzt, wird sichergestellt, dass das Weltkulturerbe Stiftsbezirk den nötigen Schutz erhält und sich optimal und nachhaltig entwickeln kann.

Medienmitteilung zur Vernissage

Der Managementplan

Managementplan zum Weltkulturerbe Stiftsbezirk St.Gallen

Am Donnerstag, 24. November 2016 wird der Managementplan zum Weltkulturerbe Stiftsbezirk St.Gallen vorgestellt.

Im Rahmen der 2015 unterzeichneten „Vereinbarung über den Schutz und die Pflege des Weltkulturerbes Stiftsbezirk St.Gallen“, haben Kanton, Stadt und Konfessonsteil den Verein Weltkulturerbe Stiftsbezirk St.Gallen mit der Planung und Umsetzung der gemeinsamen Bestrebungen beauftragt.

Nun steht mit dem Managementplan ein erstes und wichtiges Instrument zur Sicherung des aussergewöhlichen universellen Wertes des Weltkulturerbes bereit.

Weitere Auskunft zum Anlass und zum vorgestellten Dokument erhalten Sie unter:

Verein Weltkulturerbe Stiftsbezirk St.Gallen
Andreas Schwarz, Geschäftsführer
info@stiftsbezirk-sg.ch

Erster St.Galler UNESCO-Welterbetag am 12. Juni 2016

Erstmals findet im Stiftsbezirk St.Gallen am Sonntag, 12. Juni 2016 der UNESCO-Welterbetag statt. Der Verein Weltkulturerbe Stiftsbezirk St.Gallen begeht diesen Tag mit verschiedenen Themenführungen. Die Institutionen des Stiftsbezirks ermöglichen Einblicke in das lokale Welterbe.

Nach einem musikalischen Auftakt um 12.45 Uhr mit den Turmbläsern können Sie sich ab 13.00 Uhr auf individuellen Kurzführungen vor Ort über Geschichte, Entwicklung und Hintergründe des Welterbes informieren. An fünf Infoposten im Stiftsbezirk berichten Vertreterinnen und Vertreter der einzelnen Institutionen über die Klostergeschichte und das Weltkulturerbe. Eine kleine Festwirtschaft befindet sich bei der Schutzengelkapelle und ist ab 11 Uhr geöffnet.

Programm

12.45 Uhr
Die Turmbläser blasen zum Auftakt

13.00 – 16.00 Uhr
Führungen & Vermittlung an fünf Stationen
Bei Bedarf Kurzführungen im 20-Minuten-Takt oder ein Infoposten mit Fachleuten, die Auskunft geben.
Start letzte Führung 15.40 Uhr.

Ab 11.00 Uhr
Verpflegungsstand auf dem Klosterplatz
Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den Führungen gibt es ein Getränk im Kloster-Bistro.

Detailprogramm und Übersichtsplan

Ausstellung in der Stiftsbibliothek

Die Ausstellung Abracadabra gibt einen faszinierenden Einblick in die Geschichte der Medizin im Mittelalter. Anhand der einmaligen Handschriftensammlung der Stiftsbibliothek spannt sie den Bogen von der antiken Überlieferung über das Hospital auf dem Klosterplan bis hin zur Urinbeschau Notker des Arzts im 10. Jahrhundert.

aderlassmaennchen

Mit dem Wort „Abracadabra“, das erstmals in einer St.Galler Handschrift überliefert ist, sollte die damals nördlich der Alpen noch grassierende Malaria bekämpft werden. Die Grenzen zwischen Magie und Medizin waren im Mittelalter fliessend. Die Klöster bauten auf das Wissen der Antike, das sie durch eine Ethik der Fürsorge ergänzten, die in der christlichen Nächstenliebe wurzelt. Quellen wie die Benediktsregel verdeutlichen das. Eine andere Sichtweise auf Krankheit und Heilung vermitteln dagegen die Wunderberichte in Heiligenlegenden. Abgerundet wird die Ausstellung durch einen Blick auf die medizinische Theorie und Praxis des Spätmittelalters.

Öffnungszeiten und Vermittlungsangebot